Google Panda, Penguin und unsere Wünsche für die Zukunft

google optimierung 2014Das neue Jahr ist schon dreizehn Tage alt und Google hält sich in Sachen Algorithmus-Update immer noch bedeckt.

Was jedoch keinesfalls bedeutet, dass in dieser Hinsicht nichts im Gange ist. So gab es allein in den letzten zwei Jahren Algorithmus-Änderungen (Panda, Penguin, EMD), die dramatische Auswirkungen auf Webseiten im gesamten Internet hatten. (Eine Liste mit allen Updates finden Sie auf der Webseite von SEOmoz.)

Panda

Das Panda-Update wurde im Jahr 2011 veröffentlicht und wird seitdem regelmäßig aktualisiert. Das Ziel war die Bekämpfung von sogenannten Content Farmen, also Webseiten mit besonders vielen, suchmaschinen(über-)optimierten Inhalten minderer Qualität, die zu dieser Zeit die Suchergebnisse überschwemmten.

Das Update wurde kontrovers diskutiert, unter anderem, weil viele Webseiten aus ihrer Sicht unberechtigterweise abgestraft wurden. Doch Googles Botschaft war eindeutig: Erschafft qualitativ hochwertige Inhalte für Nutzer, nicht für Suchmaschinen.

Das Update was nicht perfekt, insgesamt muss man jedoch zugeben, dass das Update in Sachen Qualität (inhaltsschwache, eher nutzlose Webseiten vs. hilfreiche Seiten mit vielen Inhalten) einen sichtbaren Unterschied bewirkt hat.

Content-Farm-Seiten mussten hohe Verluste an Sichtbarkeit hinnehmen. Auf der anderen Seite wurden jedoch auch viele „gute“ und nützliche Webseiten abgestraft.

Penguin

Im April 2012 wurde das Penguin-Update vorgestellt, das wie Panda offiziell darauf abzielte, die Suchergebnisse zu verbessern. Allerdings ging es bei diesem Update weniger um minderwertige Inhalte, als um Wege, über die SEO-Leute und Webmaster versuchten, Google auszutricksen, um gute Platzierungen in den Suchergebnissen zu erzielen.

Genauer gesagt ging es Google darum, Webmastern zu zeigen, dass man jegliche Versuche, Webseiten nach oben zu bringen (und wir wissen alle, dass allein das Erschaffen von „guten“ Inhalten die Seite nicht nach oben bringt) unterlassen sollte und stattdessen auf Googles Werbung (AdWords) zurückgreifen sollte.

Für Google war der Zeitpunkt gekommen, die eigene Dominanz so richtig auszunutzen, um eigene Produkte nach oben zu puschen. (Die EU-Kommission versucht derzeit vor Gericht, Google diese Machenschaften nachzuweisen.)

Im Prinzip sollte Penguin die Prozesse automatisieren, die Google zuvor manuell erledigt hatte. Der Fokus lag dabei besonders auf verdächtiger Link-Aktivität (z.B. extrem viele Links über kurze Zeiträume) und Link-Schemen (z.B. exzessiver Linktausch).

Das Penguin-Update verursachte mindestens genauso viel Aufruhr wie Panda, wenn nicht mehr. Viele Webseiten verschwanden über Nacht aus den Suchergebnissen – auch Seiten, die sich zuvor nie um Links gekümmert hatten.

Viele Webmaster versuchten ihre abgestürzten Seiten wieder nach oben zu bringen, indem sie das Linkprofil ihrer Webseiten bereinigten. Allerdings löschten dabei auch sehr viele auch wertvolle Links, was teilweise zufolge hatte, dass die Seiten noch weiter in den Suchergebnissen sanken.

Das Penguin-Update hat (nicht nur) unserer Ansicht nach die Suchergebnisse deutlich verschlechtert. Extrem viele nützliche und inhaltsstarke Webseiten wurden abgestraft und an ihren Stellen tauchten entweder Googles Partnerseiten, große Markenseiten oder alles andere als informative YouTube-Videos (Googles Angebot)…

Google im Jahr 2013

Doch was können wir in 2013 von Google erwarten? Kommt ein weiteres großes Update, das die Suchergebnisse durcheinanderbringt?

Google führt nach eigenen Angaben über 500 Algorithmus-Änderungen pro Jahr durch. Das letzte große Update liegt schon eine Weile zurück und es scheint, dass große Updates in der Regel im ersten Quartal des Jahres veröffentlicht werden – wir dürfen also gespannt sein.

Funktioniert Suchmaschinenoptimierung (SEO) immer noch?

Definitiv. Eine solide OnPage-Optimierung (Verbesserung spezieller Elemente Ihrer Webseite) wird immer positive Auswirkungen auf die Sichtbarkeit einer Webseite haben – auch in 2013. Aktuelle Beispiele finden Sie unter Referenzen. Auch die OffPage-Optimierung wird effektiv bleiben, solange Google Links als Hauptkriterium für das Ranking ansieht – hierbei muss man jedoch sehr genau wissen, was man tut (wir beraten Sie gerne in dieser Hinsicht).

Was wünschen wir uns von Google in 2013?

Interessant wäre es, wenn Google in 2013 die Qualität einer Seite weniger anhand ihrer Backlinks, also Rückverweise einschätzen würde. Links per se sagen schließlich nichts über die Qualität der Seite aus, sind also kein guter Indikator in Sachen Qualität – vor allem wenn Webmaster keine Kontrolle über die Links haben.

Google sollte die tatsächlichen Inhalte einer Webseite überprüfen, nicht die Links dieser Webseite. (Und wenn Google bestimmte Links für verdächtig hält, sollte es diese einfach aus der Wertung nehmen, anstatt Seiten aus dem Suchergebnissen zu katapultieren.) Qualitativ hochwertige Inhalte und nicht Links sollten nicht nur in Googles Richtlinien, sondern auch in der Realität das ausschlaggebende Kriterium sein.

Google sollte auch aufhören, ultragroße (Marken-)Webseiten (die Rede ist nicht von Wikipedia) und große Handelsketten zu favorisieren (denn deren Inhalte sind schlicht nicht die besten bzw. relevantesten) und kleineren Firmen mit exzellenten Inhalten eine Chance geben. (Es sind ja schon mehr als genügend pleitegegangen.)

Dasselbe gilt für Branchenverzeichnisse und Rezensionen von einzelnen Google-Nutzern (so macht man auf Google Plus aufmerksam), die oft höher in den Suchergebnissen auftauchen, als das Produkt oder die Dienstleistung, das/die eigentlich gesucht bzw. rezensiert wird.

Nicht zuletzt sollte Google aufhören, die eigenen Produkte und Angebote (vor allem Google Shopping, aber auch YouTube) sowie die seiner Partner (Amazon!) in den Suchergebnissen nach vorne zu puschen.

Wünschenswert wäre es auch, wenn Google die Fläche der Werbeanzeigen (AdWords) verkleinern würde, weil diese die organischen Suchergebnisse so weit nach unten drängen, dass diese erst nach einem Scrollen zu sehen sind.

Natürlich ist uns klar, dass diese Wünsche wohl kaum in Erfüllung gehen werden, denn Machtgiganten machen sowieso, was sie wollen. Solange Google den Markt dominiert, müssen sich alle, die bei Google auf der ersten Suchergebnisseite auftauchen wollen bzw. auf dem Markt überleben wollen (!), anpassen – auch wir als Suchmaschinenoptimierer. Aber das machen wir ohnehin schon seit über zehn Jahren – mit Erfolg!).

Boris Alexeev, M.A.

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